21. Juni 2017

Bilder von „Unorten“

Professor Dr. Ing. Jürgen Erbrach nähert sich mit seinen Fotos von Skulpturen an Tatorten der Nazis dem Unfassbaren – „JudiT.H“ und Trinitatis-Gemeinde zeigen Werke in der Evangelischen Kirche Gemünd

Gemünd/Eifel – Zwei Skulpturen des Künstlers Heinrich Janke, „Die Betende“ und „Der Gebeugte“, fotografiert Professor Dr.-Ing Jürgen Erbach immer wieder an Orten, an denen Nationalsozialisten Verbrechen verübt haben. Er nennt sein Projekt „Untaten an Unorten = Unart, Eine Annäherung an das Unfassbare“.

Es steht unter der Schirmherrschaft von Bundestags-Vize Peter Hintze. Auslöser war Professor Erbachs Besuch in einem Keller am Busenhumer Damm in Hamburg, in dem die Nazis am 20. April 1945, wenige Tag vor Kriegsende, 20 jüdische Kinder ermordet hatten.

Eine Fotoausstellung zur Projektreihe zeigen der Initiativkreis Juden im Schleidener Tal, „JudiT.H“, und die Evangelische Trinitatisgemeinde am Sonntag, 9. Juli, in der Evangelischen Kirche in Gemünd. Die Ansprache im Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr hält Professor Erbach selbst, die eigentliche Vernissage zur Ausstellung beginnt um 11.30 Uhr.

Erst Medizinexperimente, dann ermordet

Die Geschichte dieser Ausstellung begann mit der Lektüre eines Hamburger Gemeindebriefes. Prof. Erbach las von dem schrecklichen Verbrechen an den 20 jüdischen Kindern 1945. Am Bullenhuser Damm, einem Außenlager des KZs Neuengamme, wurden die Kinder Opfer fürchterlicher medizinischer Experimente, bevor sie auf bestialische Weise ermordet wurden.

Durch die Beschäftigung mit zwei kleinen Bronzefiguren von Heinrich Janke, „Die Betende“ und „Der Gebeugte“, entstanden die ausgestellten Fotografien von Plastiken an Nazi-Unorten. Prof. Erbach: „Angesichts der gigantischen Bauten und Anlagen, wirken die beiden demütig, manchmal sind sie auch kaum erkennbar. Mal alleine, mal zu zweit, mal einander zu-, mal einander abgewandt, so begegnen die beiden Figuren »Die Betende« und »Der Gebeugte« den Unorten und deren Geschichte sowie den Geschichten der Menschen, die dort meistens ihr Ende fanden.“

Jennifer Könen/pp/Agentur ProfiPress

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Klaus Schäfer

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