17. Januar 2018

Ein Fest für Augen und Ohren

© Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Neujahrsempfang in der Internationalen Kunstakademie Heimbach – „Jeder einzelne Kursteilnehmer steht im Mittelpunkt“

Heimbach – Zu einem guten Start ins neue Jahr gehören üblicherweise ein Rückblick auf das zurückliegende Jahr und optimistische Ausblicke. Von beidem gab es reichlich beim Neujahrsempfang der Internationalen Kunstakademie Heimbach. Gute Stimmung, erwartungsfreudige Gesichter, ein feiner musikalischer Rahmen und vielfältige Einblicke in kreatives Wirken – die Mischung garantierte einen lebendigen Austausch.

Landrat Wolfgang Spelthahn traf bei seiner Begrüßung auf humorige Art den rechten Ton und forderte die Besucher, die in rekordverdächtiger Zahl gekommen waren, auf, nach vorne zu rücken, damit alle in den Ausstellungsraum passten: „Sie hätten sich vielleicht nie kennengelernt, wenn Sie diese Stunde in getrennten Räumen verbracht hätten!“ Die Internationale Kunstakademie Heimbach habe es sich ja zur Aufgabe gemacht, Menschen zusammenzubringen. „Durch Ihr Erscheinen zeigen Sie Flagge für die Akademie.“

In hervorragender Weise reihe sich das Jahr 2017 ein in eine Folge von erfolgreichen Jahren, meinte der Landrat in seinem Rückblick. 48 Dozentinnen und Dozenten aus vielen Nationen haben ein Kursprogramm geboten, das durch insgesamt 1190 Belegungen seine Attraktivität bewies. Wolfgang Spelthahn hob die große Sommerausstellung „Graphic Novel“ hervor, zu der der Sammler Uwe Ostermann 100 hochkarätige Exemplare berühmter Zeichner und Gestalter zur Verfügung gestellt hatte. Und der Meisterkurs von Professor Markus Lüpertz im Herbst sei ein besonderes Ereignis gewesen. Großes überregionales Aufsehen erregte im Dezember das Sand-Media-Projekt des israelischen Künstlers Ira Marom. „Dieser Kunstprozess ist eine spirituelle Erfahrung der Vergänglichkeit, weil die Sandbilder zeremoniell aufgelöst und der Rur übergeben werden.“

Professor Frank Günter Zehnder, Leiter der Internationalen Kunstakademie Heimbach, neben dem Bild „Vorwärts“, das Sigrid Muschik im Meisterkurs von Prof. Markus Lüpertz malte. „Wie er eingeht auf die Teilnehmer, wie er erfühlt, was in ihnen steckt und wie er sie ermutigt – und dies bei ganz unterschiedliche Stilrichtungen“, hob Zehnder Lüpertz‘ Qualitäten hervor. Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Für alle Dozenten gelte: „Jeder einzelne Kursteilnehmer wird in den Mittelpunkt gestellt.“ So fanden auch die Aktionen für Kinder wieder viel Anklang wie beispielsweise der „Kulturrucksack“ und die Kunstakademie für junge Leute in den Sommerferien.

Landrat Spelthahn richtete Dankesworte an die Mitglieder des Trägervereins, an die Sponsoren, die Stadt Heimbach, den Förderverein der Kunstakademie und die vielen ehrenamtlichen Helfer, ebenso an die Kooperationspartner wie die Akademie des Bistums Aachen und die vier Lions-Clubs aus dem Umkreis.

Gut aufgelegt zeigte sich „Eifelblech“, das Blechbläserquintett mit den Trompetern Jochen Robertz und Guido Schnitzler, Janna Nierhoff (Euphonium), Robert Sterkel (Basstuba) und dem Posaunisten Renold Quade. Als klassisches Jazz-Quintett brachten sie gefühlvoll „Someone to watch over me“ und machten dem Publikum mit dem Dixieland-Tiger-Rag viel Freude.

Das Bläserquintett „Eifelblech“ unterhielt die Gäste des Neujahrsempfangs vortrefflich. Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Der Vorsitzende des Fördervereins, Fred Kessel, lenkte den Blick auf das außergewöhnliche Engagement der Dozenten, die mit Leidenschaft (für ein vergleichbar bescheidenes Honorar) arbeiten. „Wir sind stolz, dass einige uns schon seit Jahren die Treue halten.“ Er bedankte sich beim „schlanken Team“ der Kunstakademie für seinen professionellen Einsatz.

Professor Frank Günter Zehnder, der die Akademie seit ihrer Gründung im Jahre 2009 leitet, warb um Aufmerksamkeit für die 50. Werkschau: „Die Öffentlichkeit für Kunst zu begeistern, das entspricht unserer Haltung, dem Charakter unserer Akademie.“ Alle zwei Wochen werde hier eine Werkschau präsentiert, dazu haben seit 2010 acht große Ausstellungen stattgefunden. „In ganz unterschiedlichen Formensprachen sehen wir neue Aspekte, das sind Ergebnisse des persönlichen Ringens, jedes Bild ist einen Dialog wert“, sagte der Professor in der ihm eigenen Art, die seine Begeisterung spüren ließ. Die Kursteilnehmer erlebten hier einen Rückzug in die Stille, woraus Kreativität erwachse: „Es ist eine Woche, in der mich jemand an die Hand nimmt, der mir Techniken zeigt, damit ich mich ausdrücken kann.“

Für ihn gab es herzlichen Applaus, auch für „Eifelblech“, das noch mit „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ brillierte. Die Besucher ließen sich Zeit, durch die Werkschau zu schlendern.

Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

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