17. Mai 2018

Feierlicher Auftakt zum Hermann-Josef-Fest

© Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Vier Männer aus Kalterherberg pilgern jedes Jahr nach Steinfeld, um die Gebeine des Eifelpatrons zu erheben – Feierlichkeiten bis Pfingstmontag

Kall-Steinfeld – Mit der Erhebung der Gebeine des Heiligen Hermann-Josef haben im Kloster Steinfeld die traditionellen Feiern zum Todestag  des Eifelpatrons begonnen. Sie enden Pfingstmontag.

Was sind da schon 33 Kilometer, um dabei zu sein? Seit jeher legen Pilger aus Kalterherberg auf dem Hohen Venn diesen Weg zum Eifelkloster Steinfeld zurück, um den Sarkophag mit den sterblichen Überresten des heiligmäßigen Prämonstratensers aus dem 12./13.  Jahrhundert zu tragen.

Die Gebeine des Heiligen Hermann-Josef sind erhoben. Kalterherberger Pilger tragen den Sarkophag, im Hintergrund Hauptzelebrant Pater Wieslaw Kaczor SDS und Salvatorianer Prior Pater Paul Cyrys SDS. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Georg Alt, Paul Görgen, Edgar Kolrep und Hermann-Josef Henn wirkten nicht erschöpft, eher gut erholt, als sie das Kirchenschiff der Steinfelder Klosterbasilika betraten: „Wir sind wie immer am Morgen um neun Uhr in Kalterherberg gestartet“, berichtete das Quartett an der Spitze einer größeren Pilgergruppe im Gespräch mit dem Reporter Stefan Lieser.

„Das Pilgerkreuz geschmückt mit geweihten Palmzweigen in der Hand, so war es durch Feld und Flur gegangen“, schreibt der Journalist in den in der Eifel erscheinenden Kölner Tageszeitungen: „Mit Zwischenstopp unter anderem am Gedenkkreuz der Kaltherberger Hermann-Josef-Pilger in Hellenthal.“

Neustart mit Berthold Thoma

Vor 31 Jahren hatte Berthold Thoma aus Kalterherberg einen Neustart der Fußwallfahrt anlässlich des Hermann-Josef-Festes in Steinfeld versucht, um so an die einstige Verbundenheit der Klöster Reichenstein bei Kalterherberg und Steinfeld bei Kall zu erinnern. „Seitdem ist die Pilgerfahrt, die zuvor eingeschlafen war, wieder lebendig“, freute sich Beate Thomas im Interview. Auch sie hatte in diesem Jahr die Mühen der 33 Kilometer langen Strecke nicht gescheut.

„Kölnische Rundschau“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreiben: „Das Quartett der Ü-50-Herren an der Spitze der Kalterherberger, die nun mit Fußwallfahrern etwa aus Urft oder Kall in die Steinfelder Basilika einzogen, bog anders als die anderen im Kirchenschiff nach links in die Krypta ab.“

Vier für Hermann Josef: Georg Alt (v.l.), Paul Görgen, Edgar Kolrep und Hermann-Josef Henn waren aus Kalterherberg zu Fuß nach Steinfeld gepilgert. Sie sind seit Jahren Träger des Sarkophags bei der Erhebung der Gebeine des Eifelheiligen. Foto: Stefan Lieser/KStA/KR/pp/Agentur ProfiPress

Die Männer sind seit Jahren die Träger des Sarkophags des Heiligen Hermann-Josef, dessen Gebeine im Schrein aus Urfter Marmor an diesem Abend feierlich erhoben werden sollten – der Auftakt zu den einwöchigen Feiern des Schutzpatrons und Eifelheiligen, die am Pfingstmontag enden. Stefan Lieser: „Wie immer waren auch jetzt Äpfel auf dem Marmorschrein von Gläubigen abgelegt worden, dazu frische Feldblumen.“

Hermann-Josef, um 1150 in Köln geboren, 1241 oder 1252 im Kloster Hoven bei Zülpich gestorben, soll schon vor seiner Aufnahme als Chorherr der Prämonstratenser in St. Maria im Kapitol in Köln der Gottesmutter Äpfel als Geschenk dargebracht haben. Er gilt als Patron der Uhrmacher, der Mütter und Kinder – und eben als „Apfelheiliger“.

Messdiener sammelten für Romfahrt

Im Kirchenschiff erklang festlich-machtvoll die König-Orgel zum „Hermann-Josef-Lied“ der Gemeinde. Die Geistlichkeit mit Pfarrer und GdG-Leiter Pater Wieslaw Kaczor SDS als Hauptzelebrant bezog mitsamt der Steinfelder Messdiener, die kurz zuvor noch im Kirchenvorraum Spenden für ihre Fahrt nach Rom gesammelt hatten, Position am Hauptaltar.

In der Zeitung heißt es: „Georg Alt, Paul Görgen, Edgar Kolrep und Hermann-Josef Henn, jetzt in weiße Alben gewandet, verharrten still an der Kopfseite des Schreins. Ein Schlüsseldreh, der Schrein wurde geräuschlos geöffnet. Behutsam zogen die Vier aus Kalterherberg den Sarkophag aus reich gemasertem Edelholz heraus. Auf der Oberseite ist er durchbrochen und gibt so den Blick frei auf die konservierten Reliquien.“

Und weiter: „Alt, Görgen, Kolrep und Henn griffen auf ein unhörbares Kommando zu und nahmen den Sarkophag mit sicherem gleichzeitigem Schwung auf dem Tragegestell auf und beides auf ihre Schulter – die Erhebung. Jetzt eine stolperfreie Runde über die buckeligen historischen Steinplatten der Basilika zum für die Verehrung durch die Gläubigen vorgesehenen rechten Seitenaltar.“

„Hierher zu pilgern ist für mich einmal im Jahr wie ein seelisches Grundreinemachen“, sagte Beate Thomas dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jetzt hatte auch sie das Ziel ihrer Wallfahrt vor Augen. Hunderte wird es wie sie noch bis zum kommenden Pfingstmontag hierherziehen. Einer der prominentesten Beter vor den Gebeinen des hl. Hermann Josef war am Sonntag schon da: Aachens Bischof Dr. Helmut Dieser war Hauptzelebrant des Festhochamtes.

Im Anschluss an die folgende Reliquienprozession wurde dann gefeiert, unter anderem mit einem Platzkonzert des Musikvereins Sötenich. Bis Pfingstmontag sind die Gebeine des Heiligen nun erhoben, dann geht es zurück unter die schützende Tumba aus Urfter Marmor mitten im Kirchenschiff. Dort sollen die Reliquien dann wieder für ein Jahr ruhen. Lieser: „Und die Äpfel für den „Apfelheiligen“ werden sich wie von Geisterhand immer wieder erneuern.“

Bis zum Pfingstmontag, 21. Mai, besteht Gelegenheit zum Gebet vor den Gebeinen des Heiligen Hermann-Josef in der Basilika in Steinfeld.

pp/Agentur ProfiPress

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