24. Oktober 2018

Musikalischer Pfarrer aus Floisdorf

Andreas Züll (42) aus der GdG St. Barbara Mechernich wurde als neuer GdG-Leiter in Heiliger Matthias Blankenheim/Dahlem eingeführt – Keine Angst vor der Zukunft, teamfähig und offen für Neues – Seine Prognose: Nach Bischof Diesers Sondierungsprozess „Heute bei Dir“ wird sich die Kirche im Bistum Aachen „gravierend verändern“

Mechernich-Floisdorf/Dollendorf – Es war wie Heiligabend vor der Christmette: Schon eine Dreiviertelstunde vor Beginn des Gottesdienstes war kein Platz mehr im Kirchengestühl von St. Johannes Baptist in Dollendorf frei. Die Menschen aus der GdG Heiliger Matthias strömten in Scharen zur Amtseinführung ihres neuen Pfarrers und GdG-Leiters Andreas Züll aus Mechernich-Floisdorf.

Der bislang als Kaplan in Eschweiler bei Aachen tätige frühere Bundesbahnbeamte und Kirchenmusiker ist einer der Hoffnungsträger in der Aachener Bistumsregion Eifel. Zu seiner Amtseinführung in der GdG Blankenheim/Dahlem waren unter anderem auch sein geistlicher Mentor Weihbischof Dr. Johannes Bündgens und sein früherer „Lehrmeister“ als Eschweilerner Pfarrer, der jetzige Generalvikar Dr. Andreas Frick, gekommen.

Als Pfarrer und GdG-Leiter ins Amt eingeführt wurde der 42jährige Floisdorfer von Regionalvikar Philipp Cuck (Schleiden). Der wünschte sich von seinem neuen Kollegen „gute Ökumene“ und „keine Fake-News“. Auch Zülls Floisdorfer Heimatpfarrer Heinz-Josef Arenz war gekommen.

„Wer singt, betet doppelt“, sagt der musikalische frühere Kirchenmusiker und Bundesbahn-Fahrdienstleiter, der auch in seinem Heimatort Floisdorf im Musikverein mitspielte und die Orgel bediente. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

 

Vier Jahre Dr. Josef Berger Retter in der Not

Der Journalist Stephan Everling schreibt für die in der Eifel erscheinenden Kölner Tageszeitungen und für die Mechernicher Agentur ProfiPress: „Voller Neugierde hatten sich die Blankenheimer und Dahlemer Katholiken auf den Weg gemacht, um ihr neues Gemeindeoberhaupt in Augenschein zu nehmen.“ Einer sagte dem Reporter: „Da haben wir Glück gehabt, dass wir überhaupt nochmal einen bekommen haben . . .“

Vier Jahre lang war die Stelle des GdG-Leiters nach dem gesundheitlich bedingten Fortgang von Pfarrer Hans-Peter Meuser und seinem Kollegen Gernot Auer vakant – und seither mit Pfarrer Dr. Josef Berger von einem engagierten Seelenhirten verwaltet worden, der sich eigentlich zu seinem wohlverdienten Ruhestand in die Eifel begeben hatte.

Dahlems stellvertretender Bürgermeister Paul Hütter sagte bei Andreas Zülls Amtseinführung: „Ich bin froh, dass es ein »Eefeler Jong« ist, der unsere Mentalität versteht.“ Aufgewachsen ist der heute 42-jährige Andreas Züll in Floisdorf.

20 Jahre lang arbeitete er bei der Bahn als Fahrdienstleiter, bevor er 2012 kündigte. Da war er bereits Kaplan an St. Peter und Paul in Eschweiler, wo er bis zu seiner Verabschiedung im September sieben Jahre gewirkt hat. Da er aus dem Berufsleben heraus in den Kirchendienst wechselte, wurde er „Posterboy“ der Kampagne „Ruf mitten im Beruf“ des Bistums Aachen.

Diakon Erich Schmitz trägt dem neuen GdG-Leiter und seinen Konzelebranten das Evangeliar voran. Vor Schmitz in violetter Robe Weihbischof Dr. Johannes Bündgens (l.) und Generalvikar Dr. Andreas Frick. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

 

15 Pfarrgemeinden gehören in die GdG

Gerne habe er bei der Bahn gearbeitet, doch zurück wolle er nicht, sagte er im Interview mit Stephan Everling. 15 Pfarrgemeinden bilden die GdG „Heiliger Matthias“ Blankenheim/Dahlem, der er nun vorsteht. Noch gibt es vier Pfarrer, die mit einem Subsidiar in der GdG tätig sind. Im Dezember allerdings will Pastor Sajan aus Indien Blankenheim wieder verlassen.

Dass der katholischen Kirche derzeit der Wind ins Gesicht bläst, schreckt Andreas Züll nach eigenen Angaben nicht. „Es ist falsch gewesen, den Mantel des Schweigens darüber zu decken“, sagt er zum Thema Missbrauch. Die Frage nach den umstrittenen Äußerungen des Papstes, der Abtreibungen mit Auftragsmord verglichen hatte, beantwortet er vorsichtig: „Wenn der Papst das sagt, dann muss ich damit umgehen.“

„Wer singt, betet doppelt“, sagt der musikalische Neupfarrer, der auch in seinem Heimatort Floisdorf im Musikverein mitspielte und die Orgel bediente. „Man braucht Leute, die mithelfen“, sagt der Teamplayer. Seine größte Freude im Vorfeld sei, die Menschen an der Oberahr und im NRW-rheinland-pfälzischen Grenzraum besser kennenzulernen. „Mich reizt das Neue, etwas auszuprobieren und das auf dem aufzubauen, was bereits da ist“, sagte Züll der Agentur ProfiPress.

Andreas Züll (ganz links) und Philipp Cuck (rechts daneben) ziehen als Letzte in St. Johannes Baptist, Dollendorf, ein. Cuck wird Züll dort als Pfarrer und GdG-Leiter zahlreicher Pfarreien im NRW-rheinland-pfälzischen Grenzgebiet einsetzen. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Doch wie die GdG in zehn Jahren aussieht, vermag er nicht zu sagen: „Ich weiß nicht einmal, wie sie in drei Jahren aussieht!“ Denn bis dahin werde der Prozess „Heute bei Dir“ laufen, den der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser in Gang gesetzt habe. Und danach, da ist Züll sich relativ sicher, „wird sich die Kirche im Bistum Aachen gravierend verändern“.

pp/Agentur ProfiPress

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