21. Juni 2019

Harfenklänge und Jahreszeiten

© Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Musikfest im Kloster Steinfeld – Kammermusik mit dem „Arparlando“-Quartett – Festkonzert mit Haydn-Komposition – Premiere für Organist Michael Pützer an der „König-Orgel“ und Chorleiter Erik Arndt

Kall-Steinfeld – Bei der 74. Auflage des 1946 gegründeten „Eifeler Musikfestes“ wagten die Veranstalter Neues. Erstmals wurde eine „weltliche“ Komposition beim Festkonzert aufgeführt.

Vier Harfenistinnen sorgten beim Auftakt des 74. „Eifeler Musikfestes“ in der alten Klosterbibliothek für „himmlisch“-zarte Klänge: Irene Fenninger, Valeska Gleser, Helene Schütz und Sarah Günnewig sind das Quartett „Arparlando“ und Meisterinnen an der Harfe. Sie boten hier bisher ungehörte Kammermusik.

Das Harfenistinnen-Quartett „Aparlando“ spielte zum Auftakt des 74. „Eifeler Musikfestes“ in der Alten Bibliothek von Kloster Steinfeld. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Mit der Verpflichtung der vier Musikerinnen trafen die Veranstalter des Musikfestes eine gute Wahl. Werke von Beethoven, Vivaldi oder der „Carmen-Suite“ von Bizet erklangen, neu arrangiert für die Instrumente von „Arparlando“. Bestes Beispiel war der perlende Beginn von Smetanas „Moldau“-Sinfonie: Nur Harfen können in dem impressionistischen Werk so zart die Quelle des Flusses entspringen lassen.

Das Kammerkonzert war ausverkauft. Dicht mit Zuhörern gefüllt waren am Tag darauf die Kirchenbänke beim Festhochamt in der Basilika. Die „Missa in G-Dur, Nummer 167“ von Franz Schubert, Mozarts „Ave verum“ und Hans-Peter Göttgens Interpretation von „Großer Gott wir loben Dich“ standen auf dem Programm. Michael Pützer, neuer Organist an der König-Orgel in der Steinfelder Basilika, hatte seinen ersten großen Konzertauftritt, ebenso Erik Arndt am Pult als neuer Leiter von Chor und Orchester an der Basilika. Esther Mertel (Sopran), Boris Pohlmann (Tenor) und Frederik Schauhoff (Bariton) waren als Solisten verpflichtet worden.

Mit den „Jahreszeiten“ von Joseph Haydn endete das „Eifeler Musikfest“. Mathias Staut leitete beim Festkonzert in der Basilika den Jungen Kammerchor Düsseldorf, das Kurion-Orchester Münster und vier Gesangssolisten. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Traditioneller Höhepunkt und Abschluss des „Eifeler Musikfestes“ ist das große „Festkonzert“. Erstmals wurde in diesem Jahr keine geistliche Musik, sondern ein „weltliches“ Werk aufgeführt, das aber einen klaren religiösen Hintergrund hat: Joseph Haydns letztes großes Orchesterwerk „Die Jahreszeiten“. Mathias Staut leitete das Kurion-Orchester Münster, den Jungen Kammerchor Düsseldorf und die Solisten Henrike Jacob (Sopran), Wolfgang Klose (Tenor) und Sebastian Klein (Bass). Insgesamt an die 70 Musiker und Sänger.

Haydn hat eine musikalische Reise durch das Jahr vertont, in der die Verbundenheit des Menschen mit der Natur im Vordergrund steht. Am Ende des von Staut schon auf zwei Stunden gekürzten Werkes, das ohne Pause gespielt wurde, steht ein klares christliches Bekenntnis: Ein „Amen“ wird vom Chor zum großen Finale gesungen. Davor wurde es musikalisch stimmungsvoll und, bezogen auf die Komposition, programmatisch eindeutig: Mit dem erwartungsfrohen Frühling, dem jubelnden Sommer, dem melancholischen Herbst und dem bangen Winter, in dem die Menschen aber schon die Hoffnung auf den Neuanfang haben.

Landrat Günter Rosenke erinnerte in seinem Grußwort vor Beginn des Festkonzertes daran, dass das „Eifeler Muskifest“ das „älteste klassische Konzertfest im gesamten Rheinland ist“. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Vor Beginn des Festkonzertes hatte Landrat Günter Rosenke auch die anwesenden Ehrengäste begrüßt. „Das Eifeler Musikfest ist das älteste klassische Konzertfest im gesamten Rheinland“, so Rosenke nicht ohne Stolz. Der Kreis Euskirchen ist offizieller Veranstalter, der von einigen Sponsoren bei der Finanzierung unterstützt wird.

Im nächsten Jahr feiert das „Musikfest“ das 75-jährige Bestehen, die Vorbereitungen haben schon begonnen. Der damalige Aachener Domkapellmeister Professor Rehmann hatte rund ein Jahr nach Kriegsende am 4. August 1946 das Fest in Kloster Steinfeld gegründet. Es war als Trost für die von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs schwer getroffenen Menschen in der Eifel gedacht.

Diese Funktion hat es zum Glück schon lange verloren – dafür aber die Freude bei den Zuhörern über ein besonderes Klang- und Musikerlebnis in der barocken Basilika und anderen Auftrittsräumen der Klosteranlage schon lange gewonnen.

pp/Agentur ProfiPress

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Klaus Schäfer

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