28. Juni 2019

Die 15. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz des Kreises Düren wurde mit Lob und Anerkennung bedacht

©Fotos: Kreis Düren

„Wir sind uns einig, dass wir Freunde sein wollen“. Die 15. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz des Kreises Düren wurde mit Lob und Anerkennung bedacht.

Kreis Düren. „Wir haben insgesamt sechs Tage hart gearbeitet und sehr gute Ergebnisse erzielt“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn zum Abschluss der 15. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz im Kreis Düren. Mehr als 800 Delegierte seien sich im „Geiste der Freundschaft“ begegnet und hätten durch ihre Gespräche, Ideen und Wünsche den Weg für ein weiteres friedvolles Miteinander geebnet.

(Auftakt Krönungssaal) Landrat Wolfgang Spelthahn (2. v. l.) eröffnete im Beisein von Michail Schwydkoj, russischer Beauftragter für internationale kulturelle Zusammenarbeit, Staatsministerin Michelle Müntefering, Ministerpräsident Armin Laschet, Matthias Platz-eck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (v. l.) die Städtepartnerkonferenz. Foto: Kreis Düren

Matthias Platzeck, früherer brandenburgischer Ministerpräsident und SPD-Bundesvorsitzender, betonte, dass „es nun jeder Ausrichter nach dem Kreis Düren schwer haben wird“. Die Organisation sei hervorragend gewesen, die 800 Gäste aus Russland und Deutschland hätten sich im Kreis Düren „sehr wohl gefühlt“. Platzeck ist Vorsitzender des Vereins Deutsch-Russisches Forum, der die Städtepartnerkonferenz, die vor allem der Völkerverständigung und dem Zusammenhalt der beiden Zivilgesellschaften dient, alle zwei Jahre veranstaltet.
Eröffnet wurde die Konferenz im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Landrat Spelthahn sagte, auch im Zeitalter digitaler Medien sei der direkte Austausch beziehungsweise der unmittelbare Dialog immens wichtig. So könnten Toleranz, Respekt und gegenseitiges Verständnis entwickelt werden. „Wenn sich Städte und Kreise in Partnerschaften freundschaftlich begegnen, werden sie kaum noch aggressiv aufeinander losgehen“, betonte der Landrat.

Podiumsdiskussion zum Thema „Quo vadis deutsch-russische Beziehungen?“ im Konfe-renzzentrum des Kreises Düren. Foto: Kreis Düren

Die Festrede hielt in Aachen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der ebenso betonte, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern in „ganz Deutschland“ gepflegt werden müssten. Die Menschen beider Staaten hätten genug gemeinsame Themen, unter anderem den Klimawandel. Die Teilnehmer der Städtepartnerkonferenz seien Brückenbauer der Völkerverständigung.
Matthias Platzeck stellte ebenso wie weitere Redner auf russischer und deutscher Seite den Wert der mehr als 100 Partnerschaften heraus.

Ein Hauptbestandteil der Konferenz war eine Podiumsdiskussion im vollbesetzten Konferenzzentrum des Kreises Düren. Unter der Überschrift „Quo vadis deutsch-russische Beziehungen?“ moderierte Walerij Fadeev, Vorsitzender der Gesellschaftskammer der Russischen Föderation, einen gut zweistündigen Gedankenaustausch, an dem auf deutscher Seite neben der bekannten Journalistin Gabriele Krone-Schmalz der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese als Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland sowie Peter Franke, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften, teilnahmen. Von russischer Seite waren Michail Schwydkoj, Sonderbeauftragter des Präsidenten der Russischen Föderation für internationale kulturelle Zusammenarbeit, sowie Pawel Sawalny, Vorsitzender der Russisch-Deutschen Parlamentariergruppe der Staatsduma, als Gesprächspartner dabei. Dank der Simultandolmetscher gelang die Verständigung reibungslos.

Auf dem „Fest der Begegnungen“ erhielt Landrat Wolfgang Spelthahn von Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, einen Berliner Bären. Foto: Kreis Düren

Ausgehend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Feststellung, dass sich beide Länder stark voneinander entfernt hätten, diskutierte die Runde auch die Rolle der Medien bei der Wahrnehmung des jeweils anderen Landes. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass direkte Kontakte zwischen den Menschen grundlegend seien für gute Beziehungen der beiden Länder zueinander. Insbesondere junge Menschen, die die Schrecken von Krieg und Gewalt nicht aus eigener Erfahrung kennen, sollten intensiver in den Austausch einbezogen werden. Miteinander im Gespräch bleiben sei das A und O.

Am Mittwochabend trafen sich die Teilnehmer auf Schloss Burgau zum „Fest der Begegnungen“. Es gab Live-Musik des Mädchenchores „Das kleine Geheimnis“ aus  Mytischi, der Partnerstadt des Kreises Düren, und der Kreuzauer Mundartband „Echte Fründe“.

Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen-Forums, zog am zweiten Konferenztag vor zahlreichen Gästen schon ein Fazit: „Die Städtepartnerkonferenz im Kreis Düren ist die bisher größte, lebendigste und inhaltsreichste.“ Weil sich das bereits bis nach Berlin herumgesprochen habe, überreichte er Landrat Wolfgang Spelthahn als Initiator der Konferenz einen kleinen Berliner Bären als Dankeschön.

Der Landrat hatte zuvor auf die beiden Konferenztage zurückgeblickt. Dabei dankte er allen, die den für den Frieden und die Völkerverständigung so bedeutsamen Austausch zwischen den beiden Ländern ermöglicht hatten, insbesondere den über 50 freiwilligen Helferinnen und Helfern. Als Hausherr skizzierte Dürens Bürgermeister Paul Larue die Geschichte von Schloss Burgau und stellte den Zuhörern die Stadt Düren kurz vor.

Tags darauf war das Konferenzzentrum des Kreises Düren wieder zum Bersten gefüllt. Die über 800 Gäste aus Deutschland und Russland stellten ihre Ideen und Vorstellungen für einen Ausbau der Beziehungen auf Städtepartnerschaftsebene vor. „Obwohl sich die hohen Politik zurzeit schwertut, haben wir bewiesen, dass wir auf kommunaler Ebene Schritt für Schritt vorankommen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

Blick in eine der vielen Arbeitsgruppen, die im Dürener Kreishaus stattfanden. Foto: Kreis Düren

Zuvor hatten Teilnehmer aus den sieben Arbeitsgruppen dem Plenum ihre Arbeitsergebnisse in Kurzform nahe gebracht. Dabei ging es inhaltlich um nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung, Strategien für die nachhaltige Entwicklung von Kommunen und Regionen, die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Sprachförderung, um Inklusion, um Verständigung und Frieden sowie um Medizin und humanitären Zusammenhalt. Da der Jugend die Zukunft gehört, hatte parallel ein Jugendforum mit mehr als 60 Teilnehmern stattgefunden. Die Vertreter der vier Arbeitsgruppen erstatteten ebenfalls Bericht.

Angesichts der vielen Impulse aus den Themengruppen sah Matthias Platzeck das Konzept der Volksdiplomatie bestätigt. „Die Bürger setzen ihren Dialog fort, ohne auf die täglichen Schwankungen der hohen Politik zu achten.“ Landrat Wolfgang Spelthahn formulierte das so: „Wir sind uns eben einig, dass wir Freunde sein wollen.“

Den musikalischen Schlusspunkt setzte der Jugendchor „Das kleine Geheimnis“ aus Mytischi, bevor es in Vossenack zu einer beeindruckenden Friedensaktion des dortigen Gymnasiums mit mehr als 600 Schülern kam. Die Jugendlichen zeigten in der Kirche und auf dem Ehrenfriedhof eine aufwändige Choreographie, die mit viel Beifall der Besucher, darunter einige Hundert Teilnehmer der Städtepartnerkonferenz, belohnt wurde.

 

Kontakt:

Ingo Latotzki

Leiter Kommunikation/Sprecher des Kreises Düren

Bismarckstr. 16
52351 Düren

Tel.: 02421/22-2383

mob.: 0175 20 68 89 8

eMail: i.latotzki@kreis-dueren.de

pressestelle@kreis-dueren.de

Internet: www.kreis-dueren.de

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Klaus Schäfer

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